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Königliche Karnevalsgesellschaft Ulk zu Kelmis von 1879

Vereinschronik


Die Karnevalsgesellschaft Ulk zu Kelmis wurde am 23. März 1879 von drei leitenden Herren der Vieille Montagne, nämlich Johann Harrus, Jules Nossent und Louis Dederen gegründet. Die Vereinsfahne trägt übrigens das Gründungsdatum.

Wahrscheinlich handelten die Gründer aus der Erkenntnis heraus, dass Leben nicht nur Arbeit sein sollte und Entspannung vorteilhaft sein kann.

Diese Karnevalsgesellschaft entwickelte eine sehr rege Aktivität und schuf somit die Basis für den heute in hoher Blüte stehenden Kelmiser Karneval. Sie orientierte sich in den Gründerjahren sehr stark am Mainzer Karneval, waren doch die Mehrzahl der Mitglieder der neu gegründeten Gesellschaft aus einer wohlbetuchten, intellektuell anspruchsvollen Gesellschaftsschicht.

Es wurde jedoch sehr bald erkannt, dass Karneval in Kelmis nicht ausschließlich Privileg der oberen Bevölkerungsschicht bleiben durfte. So orientierte man sich dann mehr zum volkstümlichen Kölner, bzw. Aachener Karneval, der alle Bevölkerungsschichten ansprach.

Das Schaffen und Wirken der nun auf das Volkstümliche und Traditionelle ausgerichteten Karnevalsgesellschaft wurde gezwungenermaßen durch die Auswirkungen der Kriegsereignisse des Ersten Weltkrieges so stark gebremst und gehemmt, dass die Gesellschaft bis zum Jahre 1937 fast keinerlei Tätigkeit aufzuweisen hatte. Sie behielt jedoch, allen Wirren zum Trotz, ihren ursprünglichen Namen. Die Vereinsfahne wurde säuberlich aufbewahrt und sowohl Kassenbestand als auch Vereinsstatuten wurden fein und wohlbehütet weiter verwaltet.

Diesen Umständen ist es zu verdanken, dass die damals noch lebenden Mitbegründer, die Herren Jules Nossent, Peter Radermacher, Jean Brandt, Joseph Radermacher und Karl Zitzling im Jahre 1937 dem damaligen Mitglied Martin Huppermann die Vereinskasse und die Insignien der Gesellschaft "Ulk zu Kelmis von 1879" feierlich überreichen konnten. Gleichzeitig wurde dem vorerwähnten Martin Huppermann offiziell die Befugnis erteilt, den Gesellschaftsnamen "Ulk zu Kelmis von 1879" weiterführen zu dürfen. Dies geschah, um die Kontinuität und den Fortbestand der ursprünglichen Gesellschaft und deren Ziele zu gewährleisten.

Leider kam diese neu erweckte Aktivität recht bald wieder zum Erliegen, denn neue schwere Kriegseinwirkungen hemmten das gesellschaftliche Leben aufs neue. Jedoch wurden auch in den Kriegsjahren 1940-1945 sogenannte Familienfeste regelmäßig abgehalten, zwar mit bescheidenen Mitteln, die dann schrittweise in regelrechte Karnevalssitzungen übergingen.

Anlässlich dieser Feste wurden Büttenreden vorgetragen, die dann ein Ventil waren, um die schweren Zeitumstände zu glossieren und die den Geist der Urwüchsigkeit des Kelmiser Karnevals in dieser schweren Zeit wach hielten.

Nach Kriegsende wurde die Vereinsarbeit durch behördliche Auflagen sehr erschwert, so dass in der ersten Zeit jegliches Gesellschaftsleben zum Erliegen kam. So mussten Personen, die öffentlich auftreten oder eine Gesellschaft führen wollten, ein amtlich einwandfreies, polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können. Die leitenden Personen der "KG Ulk zu Kelmis" konnten diesen Nachweis sehr schnell erbringen und so kam es, dass bereits am 25.November 1945, unter der Leitung des Präsidenten Peter Hoven, die erste Nachkriegssitzung stattfand.

Peter Hoven hatte das Amt des Präsidenten bis zum Jahre 1947 inne und gab es dann an Joseph Bonni ab. Dieser blieb bis 1948 im Amt, als der uns allen noch gut in Erinnerung gebliebene Heinz Errens den Präsidentenposten übernahm.

Im Jahre 1950 erfolgte dann eine entscheidende, große Umorganisation und Umstrukturierung der "KG Ulk zu Kelmis" unter der Federführung des neuen Präsidenten Martin Huppermann. Ihm ist es zu verdanken, dass die "KG Ulk zu Kelmis von 1879" wieder festen Boden unter die Gesellschaftsfüße bekam, denn zu diesem Zeitpunkt machten sich vereinsfeindliche Elemente breit, mit dem Ziel, den ursprünglichen Geist und die gesteckten Ziele zu unterhöhlen und durch unlautere Machenschaften zu unterwandern.

Von 1952 bis 1954 übte Karl Willems das Präsidentenamt aus und leitete die Gesellschaft im alten Sinne weiter. Seit 1956 und bis zu seinem Tode war Karl Willems Ehrenpräsident unserer Gesellschaft.

Im Jahre 1956 übernahm Peter Hoven von seinem Freund Martin Huppermann das Amt des Präsidenten, welches er bis zu seinem plötzlichen und unerwarteten Tod, unmittelbar vor Beginn der Session 1983-1984, mit sehr großem Erfolg führte. Es ist der Verdienst von Peter Hoven, dass unter seiner Leitung die "KG Ulk zu Kelmis" zu hohem Ansehen gekommen ist und weit über die Grenzen unseres kleinen Heimatortes Kelmis bekannt wurde. Höhepunkt der Arbeit von Peter Hoven dürften die Jubelfeierlichkeiten anläßlich des 9x11-jährigen Bestehens der Gesellschaft gewesen sein, die im Jahre 1978 stattfanden und ein ganzes Dort kopfstehen ließen. Ein Karnevalszug der Extraklasse war der Höhepunkt dieser Feiern. Die Resonanz war sensationell.

Nach dem Tode unseres Freundes Peter Hoven übernahm dann im Jahre 1984 Jean Barth die schwere Bürde des Präsidentenamtes. Es ist seiner Umsicht, seiner Dynamik und seinem Organisationstalent zu verdanken, dass dieser abrupte Präsidentenwechsel ohne Schaden für unsere Gesellschaft geblieben ist. Mehr noch - die äußerst positive Tendenz wurde weiter fortgesetzt.
Im Jahre 1986 ließen zwei Auszeichnungen besonderer Art aufhorchen, weil sie eine Anerkennung der Verdienste unserer Vereinsarbeit bedeuteten :
Zum einen wurde dem Altmeister des Karnevals, Leonhard Kohl, besser bekannt als "Nades", die Ehre zuteil, dass eine neue Straße in der Siedlung "Edelweiß" seinen Namen trägt. Eine berechtigte Ehrung für einen langjährigen Vereinskollegen, der noch im "biblischen" Alter von 93 Jahren auf der Bühne stand und sein Publikum zu faszinieren wusste.
Zum anderen wurde unserer Gesellschaft durch Seine Majestät dem König die Würde einer "Königlichen" Gesellschaft verliehen. Eine Auszeichnung, die ehrt und verpflichtet.

Ein weiterer Höhepunkt in der reichen Vereinsgeschichte dürften wohl die Jubelfeierlichkeiten zum 111-jährigen Bestehen der Gesellschaft darstellen, die im Oktober 1990 stattfanden. Bekannte Persönlichkeiten wohnten dem "Akademischen Abend" im Festzelt bei, der Teil eines dreitägigen Festes war, bestehend aus Umzug, Kindernachmittag und anschließendem Jubelball.

Im Frühjahr 1991 trat ein neuer Vorstand an, der frischen Wind und neue Ideen an den Tag legte. So wurde z.B. der Vorstand aufgestockt und an die Spitze des Vereins traten Jean Reul als 1.Vorsitzender und Jean Barth als Präsident des Vereins.

Novellierte Vereinsstatuten, die im Mai 1991 verabschiedet worden sind, sollten Basis für ein geregeltes und zukunftsorientiertes Vereinsleben sein.

Markantes Ereignis in der Geschichte unserer traditionsreichen Gesellschaft dürfte wohl die Schließung des Saales "Astoria" gewesen sein, was zur Folge hatte, dass die KKG Ulk kurzfristig ihre Prunksitzungen der Session 1991-1992, nach über 30-jähriger Verbundenheit mit dem Astoria zur Patronage verlegen musste.

Das Resultat und die Resonanz des früher kaum denkbaren Entschlusses fiel positiver aus als von vielen erwartet, zumal man beschloss, neben den drei geplanten Prunksitzungen, eine vierte "Sondersitzung" zu veranstalten, die in dieser Form neu und als einmalige Angelegenheit zu betrachten war, gab man doch dem Ulk nahestehende Personen, Invaliden und Pensionierten die Möglichkeit, einer Sitzung kostenlos beizuwohnen.

Nach zweijähriger Zwangspause konnte 1992 in Kelmis und somit auch bei der KKG Ulk endlich wieder traditionell Karneval gefeiert werden, denn katastrophale Witterungsbedingungen am Rosenmontag des Jahres 1990 und Kriegswirren im Nahen Osten im Jahr darauf beeinträchtigten das närrische Treiben in unseren Straßen. Für Prinz Jean (Nyssen) bedeutete dies eine zweijährige Amtszeit als Narrenherrscher über KeNeHeMo (Kelmis/Neu-Moresnet/Hergenrath/Moresnet).

Das Ansehen der KKG Ulk ist durch die enge Freundschaft zur traditionsreichen "Stadtgarde der Oecher Penn" und dem damit verbundenen Empfang unseres Vereins im Marschiertor um einiges gestiegen.
Im Herbst 1993 sollten erstmals alle Ulk-Mitglieder und einige Persönlichkeiten des Karnevals in und um Kenehemo einen Sessionsorden mit dem Motto "De Kunst Karneval te viere" erhalten, der mittlerweile jährlich und anlässlich einer internen Feier überreicht wird. Dieser Orden stellt inzwischen einen hohen Stellenwert dar und wird sowohl regional als auch überregional als Zeichen der Anerkennung und der Freundschaft verstanden.

In der Session 1994-1995 feierte Jean Barth sein 1x11-jähriges Jubiläum als Vereinspräsident der Königlichen Karnevalsgesellschaft Ulk zu Kelmis. Jean Barth, der nach dem Ausscheiden von Jean Reul alleine an der Spitze des Vereins stand, hat sich in seiner Amtszeit stets für Einigkeit, enge Zusammenarbeit und ehrliche Freundschaft im Kenehemo-Karneval stark und verdient gemacht. Als vorbildlicher Sitzungsleiter und Präsident hat er maßgeblichen Anteil an der heute fast selbstverständlichen Freundschaft, die mittlerweile zwischen den früher oft verfeindeten Karnevalsgesellschaften in Kenehemo herrscht.

Eher überraschend trat Jean Barth dann zu Beginn des Jahres 1999 von seinem Amt als Präsident zurück und darf sich nun Ehrenpräsident nennen. Als aktives Mitglied steht er dem Verein immer noch mit Rat und Tat zur Seite. Im April des gleichen Jahres wurde dann bei vorgezogenen Vorstandswahlen sein Sohn Thierry Barth an die Spitze des Vereins gewählt.

Seit dem 17. Januar 2000 wir die KKG Ulk zu Kelmis nun als sogenannte „Vereinigung ohne Erwerbszwecks“ (V.o.E.) geführt. Entsprechende Satzungen und eine innere Hausordnung sollen auch in Zukunft ein geregeltes Vereinsleben gewährleisten.

Dieser wichtige Entschluss wurde vor allem mit Blick auf die Jubelfeierlichkeiten zum 11x11 jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 2000 getroffen. Diese Festlichkeiten zum 121 jährigen Jubiläum wurden an den beiden letzten September-Wochenenden gebührend gefeiert. Hierbei wurde der Verein komplett neu eingekleidet.

Zum 125-jährigen Bestehen ist dann ein über 200 Seiten starkes Buch über die Geschichte der KKG Ulk und die der Gemeinde Kelmis (Das Leben, die Industrie und die Karnevalshistorie) entstanden. Autor der Festschrift : Jo Dick, seines Zeichens Ehrenkommandant der „Oecher Penn“ und gleichzeitig Ehrenrat unserer Gesellschaft.

Die Königliche Karnevalsgesellschaft "Ulk zu Kelmis von 1879" kann mit berechtigtem Stolz auf die zurückliegende geschichtliche Vergangenheit zurückblicken.

Ebenso zuversichtlich schauen wir allerdings auch in die Zukunft, denn es ist uns in den letzten Jahren gelungen, talentierte Nachwuchskräfte, die inzwischen zu festen Größen im ostbelgischen Karneval herangereift sind, in das bestehende Programmgefüge, welches ausschließlich aus vereinseigenen Kräften besteht, einzugliedern.
Diese äußerst gesunde Mischung aus alten, erfahrenen Karnevalisten und jungen, ehrgeizigen Talenten sind beste Garantien für unsere Vereinsziele : die Pflege und die Erhaltung eines unverfälschten, schönen Karnevalsbrauchtums, zu dem die über 125-jährige Vereinsgeschichte anspornt und verpflichtet zugleich.

Als Krönung konnte die KKG Ulk zu Kelmis bisher sechsmal den Karnevalsprinzen, sprich den Narrenherrscher über Kelmis, Neu-Moresnet, Hergenrath und Moresnet stellen, als da wären :

Jean Thaeter - Klaus Breuer - Robert Goebbels
Peter Loup - Willy Thissen – Stani Hoven

Der Chronist freut sich jetzt schon darauf in einigen Jahren weitere positive Berichte von erfolgreicher Vereinsarbeit nachtragen zu können.

Denn merke : "Ulleküke, die sönt jooht !"


Von Jean Reul und Fritz Demonthy - vervollständigt durch Pascal Kreusen

Das Chronikbuch von KKG ULK

Chronikbuch KKG ULK

 
 
 
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Am Samstag 23/03/213

Goldene Hochzeit Josi & Willy François

Treffen an der Kirche

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